Undichtes Flachdach: woran es meist liegt
LESEZEIT 7 MIN
IN EINEM SATZ
Wassereintritt am Flachdach kommt überwiegend von schadhaften Anschlüssen wie Attika und Durchdringungen sowie von gestörter Entwässerung, nicht von einem flächigen Abdichtungsschaden.
Zeitnah handeln: Wassereintritt schädigt Dämmung und Konstruktion fortlaufend. Zügig die Eintrittsstelle finden und abdichten.
Ein undichtes Flachdach löst schnell den Wunsch aus, gleich die ganze Fläche zu erneuern. In den meisten Fällen ist das weder nötig noch die richtige Antwort. Die freie Dachfläche ist der am sorgfältigsten ausgeführte und am besten geschützte Teil der Abdichtung. Undicht wird es dagegen fast immer an den Rändern, an den Übergängen und an den Stellen, an denen etwas durch die Abdichtung hindurchführt.
Hinzu kommt eine Eigenheit, die die Fehlersuche erschwert: Wasser tritt selten dort in den Raum, wo es in die Konstruktion gelangt. Es wandert auf der Abdichtung, in der Dämmung oder auf der Tragkonstruktion, bis es an einer tiefer liegenden Stelle austritt. Der feuchte Fleck an der Decke zeigt also nicht die Leckstelle, sondern nur den Ausgang. Wer das ignoriert, dichtet die falsche Stelle ab.
Deshalb steht am Anfang nicht die Reparatur, sondern die systematische Ortung. Erst wenn die tatsächliche Eintrittsstelle bekannt ist, lässt sich beurteilen, ob eine gezielte Instandsetzung genügt oder ob die Konstruktion durch länger unbemerkte Feuchte bereits so geschädigt ist, dass mehr getan werden muss.

